Datenvisualisierungen und die Macht des Visuellen

Kaum etwas überzeugt uns so schnell wie der Blick auf ein Chart oder ein Diagramm. Meist lässt sich die Aussage in wenigen Augenblicken erfassen und weil die Visualisierungen auf Daten und Fakten basieren, vertrauen wir dem Dargestellten. Dabei ist es keine Selbstverständlichkeit, dass uns Daten in dieser Form begegnen. Datenanalysen sind oft abstrakt und nicht selten liegen die wertvollsten Ergebnisse in Form von relativ unanschaulichen Excel-Tabellen vor.

Die digitale Transformation in Unternehmen führt jedoch vermehrt dazu, dass auch immer mehr Nicht-IT-Fachleute mit Datenanalysen konfrontiert sind. Beispielsweise stellen die Analysen zielgruppenspezifischen Einkaufsverhaltens oder regionaler Einkaufsmuster eine wichtige Grundlage für den Einkauf oder die Personalplanung dar. Da von Datenvisualisierungen heute zum Teil viel abhängt, müssen sie natürlich nicht nur gut lesbar sein, sondern auch die zugrundeliegenden Daten korrekt und plausibel. Nur so kann gewährleistet werden, dass Datenvisualisierungen eine belastbare Grundlage für weitreichende Entscheidungen sind.

„Das richtige Bild ist mehr wert als tausend Worte.“

Alexander Thamm, Gründer und CEO.

Anforderungen und Regeln für die Datenvisualisierungen

Da der visuelle Anteil der Kommunikation von so enormer Bedeutung ist, sind die entsprechenden Anforderungen daran hoch. Datenvisualisierungen müssen ebenso strengen Regeln folgen wie die Sprache, bei der Grammatik, Rechtschreibung und logische Strukturierung für das Verständnis wichtig sind . Prof. Rolf Hichert, Experte für visuelle Kommunikation, hat darum Regeln für Datenvisualisierungen aufgestellt. Dabei beruht eine gelungene Darstellung auf den sieben Regeln: SAY, UNIFY, CONDENSE, CHECK, ENABLE, SIMPLIFY und STRUCTURE.

Datenvisualisierungen müssen demnach eine klare Botschaft haben, einheitlichen Darstellungsregeln folgen sowie einfach und schnell erfassbar sein. Gleichzeitig müssen die Visualisierungen eine hohe Informationsdichte haben, um die Komplexität der Sachverhalte nicht zu stark reduzieren und dennoch auf das Wesentliche reduziert sein. Datenvisualisierungen müssen zudem konkrete Handlungsoptionen aufzeigen, damit die Interpretation nicht zu stark von subjektiven Faktoren abhängig oder der Inhalt irrelevant ist.

Neurologische, psychologische und kulturelle Aspekte bei Datenvisualisierungen

Visualisierungen sind eine faszinierende und machtvolle Angelegenheit. Allein aufgrund der neurologischen Veranlagung des Menschen, stellen Bilder und Grafiken einen wichtigen Bestandteil bei der Informationsvermittlung dar. Wir behalten etwa 80 Prozent von dem, was wir bildlich dargestellt vermittelt bekommen. Bei gelesenen Inhalten sind es nur 20 Prozent und nur noch 10 Prozent bei Gehörtem. Auch die Psychologie darf bei bildlichen Darstellungen nicht außer Acht gelassen werden. Spitze Winkel, steil ansteigende Kurven oder bestimmte auffällige Farben können zu einer Wahrnehmung führen, die nicht exakt mit den Datenbefunden übereinstimmen. Hier besteht die Gefahr – bewusst oder unbewusst – Botschaften zu verfälschen.

Bei Farben kommt ein weiterer Faktor hinzu, der insbesondere im internationalen und globalen Kontext beachtet werden muss – denn ihre Bedeutung ist kulturabhängig und hat zum Teil sehr unterschiedliche Prägungen. Im deutschen Kulturraum wird die Farbe Rot beispielsweise als Warnfarbe wahrgenommen. In China hingegen ist rot positiv belegt und wird mit Erfolg und Wärme assoziiert. Die folgende Darstellung zeigt wie groß das Spektrum der unterschiedlichen Bedeutungszuschreibung ist:

Visualisierung der kulturellen Unterschiede bei der Wahrnehmung und Bewertung von Farben. Quelle: https://designforschung.files.wordpress.com/2010/05/colours_in_cultures_mit_legende.png

Herausforderungen bei der Visualisierung von Daten

Auch aufgrund anderer äußerer Umstände kann es zu Verzerrungen und zu Fehlinterpretationen bei Datenvisualisierungen kommen. Allein weil es weniger Standards und viel weniger Übung bei der Interpretation von Visualisierungen als bei der Interpretation von Texten gibt. Aber auch bloß äußere Umstände können die Bewertung einer grafischen Darstellung beeinflussen: Schon das Format des Displays, auf dem ein Diagramm dargestellt wird, kann die Interpretation verändern. Auf einem Smartphone verkürzt sich automatisch die x-Achse, so dass Kurven, die eine Entwicklung anzeigen, sehr viel dramatischer aussehen können. Im Vergleich dazu würde ein Diagramm auf dem Bildschirm eines Laptops eine mehr in die Breite gehende x-Achse haben und weniger dramatisch erscheinen.

Ebenso wichtig ist der Kontext, in dem Datenvisualisierungen eingebettet sind. Da Datenvisualisierungen stets mit einem bestimmten Zweck erstellt werden – in der Regel, um von einem bestimmten Sachverhalt zu überzeugen – ist es wichtig darauf zu achten, dass es zu keinen bewussten oder unbewussten Manipulationen kommt. Wenn der Zusammenhang komplex ist, kann eine einzelne Visualisierung nicht die einzige Wahrheit darstellen. Dies ist einer der Gründe, warum wir bei der Alexander Thamm GmbH auf interaktive Dashboards setzen. Während es bei einzelnen Datenvisualisierungen zu Begrenzungen kommen kann, fließen in einem interaktiven Dashboard verschiedene Aspekte eines Sachverhalts ein. So werden typische Fehlerquellen bei der Darstellung minimiert.

Datenvisualisierungen als Treiber der digitalen Transformation

Insbesondere in Situationen, in denen beispielsweise Führungskräfte schnell Entscheidungen treffen müssen, ist keine Zeit für lange und ausführliche Datenauswertungen. Hier helfen Datenvisualisierungen, weil sie – im besten Fall in Echtzeit – auf einen Blick einen Überblick über die relevanten Key-Insights liefern können. Ein Dashboard hat hier den Vorteil, sowohl alles auf einen Blick sichtbar zu machen und zugleich den Kontext mitzuliefern. Datenvisualisierungen eignen sich auch sehr gut, um die Ergebnisse von komplexen Projekten zusammenzufassen und zu präsentieren, v.a. gegenüber der Geschäftsführung. Daher ist das auch in unserem Datenkompass der letzte Schritt.

Richtig aufbereitet können Datenvisualisierungen auch von Nicht-IT-Fachleuten gelesen werden. Weil sie so die Integration von Data Science in Unternehmen erheblich erleichtern, stellen sie ein wertvolles Instrument von datengetriebenen Projekten dar. Sie sind damit ein Schlüssel für die digitale Transformation von Unternehmen, weil sie in vielen Bereichen eines Unternehmens wirken können.

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