Data Science und Hackertum: Die Alexander Thamm GmbH beim 33C3

Vom 27.12 bis 30.12.2016 fand der 33 Chaos Communication Congress mit ca. 12.000 Teilnehmern im Congress Center Hamburg statt und die Alexander Thamm GmbH war mit dabei. Eine bunte Veranstaltung, an der es an allen Ecken in den verschiedensten Farben leuchtete und blinkte – und ich als Data Scientist mitten drin.

Abbildung 1: Dashboard des Video Operation Centers. https://pbs.twimg.com/media/C0w1RqjWgAA7z4e.jpg

Nun kann man sich fragen was ein Data Scientist auf einem internationalen Hackertreffen sucht. Die Antwortet lautet: Austausch mit Gleichgesinnten, neue Ideen und neues Wissen. Auch wenn der Fokus der Veranstaltung nicht Data Science ist, so ist das Thema in den rund 200 Vorträgen sehr präsent und selbst wo nicht direkt Data Science dran steht finden sich immer wieder Anknüpfungspunkte für die eigene Arbeit. Das beginnt schon bei der Affinität der Veranstalter für Monitoring und Visualisierung: wichtigste Kennzahl ist der Internet Traffic (60 Gbit/s Download, 30 Gbit/s Upload insgesamt), zweitwichtigste Kennzahl der Mateverbrauch. Dieser lag 2016 bei rund 26.000 Litern. Nun aber zu den Vorträgen, die alle in der Medienbibliothek des CCC kostenlos angeschaut werden können. Ich habe das jeweilige Video zu den Vorträgen verlinkt.

Mit Visualisierungen Emotionen wecken

Die Visualisierung von Daten und das Wecken von Emotionen mit Daten waren auch Thema des Vortrags „A Data Point Walks into a Bar“ von Lisa C. Rust , die unter anderem die emotionale Wirkung von Farben anspricht. Ein weiterer wichtiger Punkt auf den sie aufmerksam macht, ist die Geschichte, die hinter jedem Datenpunkt steckt nicht aus den Augen zu verlieren. So handelt es sich zum Beispiel bei Predictive Maintenance eben nicht nur um den verhinderten Ausfall eines Fahrzeugs, sondern eben auch darum, dass die Geburtstagsfeier der Tochter, das Fußballspiel des Sohns oder der Familienausflug wie geplant stattfinden kann.

Spiegel Mining – Reverse Engineering von Spiegel Online

David Kriesel demonstrierte in seinem Vortrag „Spiegel Mining – Reverse Engineering von Spiegel Online“ die Möglichkeiten der Datenanalyse mit dem PyData-Stack , Tableau und Giphy an frei zugänglichen Daten von knapp 700.000 gespeicherten Artikeln. Als die drei größten Ressorts bei Spiegel Online identifiziert Politik, Sport und Panorama. Die Artikel des Kulturteils haben üblicherweise die dreifache Länge der Berichte der Hauptressorts. Über die Kommentierbarkeit der Keywords durch die Nutzer lassen sich über die Zeit politische und gesellschaftliche Ereignisse identifizieren. Besonders interessant ist seine Analyse der Metadaten durch die er Rückschlüsse auf interne Personalstrukturen des Spiegels wie die Besetzung der Ressorts, Autorennetzwerke und über die Zeitpunkte der Veröffentlichung der Artikel sogar auf die Urlaubszeiten der Autoren ziehen kann. Kriesel geht sogar so weit, dass er sagt, dass Autoren, die in sich überschneidenden Zeiträumen Urlaub haben, als potentielle Paare zu identifizieren sind. Er verweist hierbei auf das Potential was die Auswertung von Metadaten für die Vorratsdatenspeicherung hat.

Abbildung 2: Screenshot von Kriesels Autorennetzwerk nach Ressort und Artikelanzahl http://www.dkriesel.com/_media/blog/2016/spon2_graphpreview_ressorts.png

Kartografie im Wandel

Die Kartografie der Gegenwart und Zukunft untersucht Ulf Treger in seinem Vortrag „Space making/space shaping – How mapping creates space, shapes cities and our view of the world.”  Aktuell verändert sich die Kartografie stark durch die Gleichzeitigkeit der Datenerhebung/ Vermessung und Anwendung der Daten durch die Navigation mit dem Smartphone. So werden z.B. dargestellte Kartenausschnitte wesentlich kleiner aber auch viel detaillierter, da nun beispielweise auch Geschäfte in der näheren Umgebung abgebildet werden. Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Messung von Verkehrsaufkommen und Stau und der Vorschlag von alternativen Routen. Dies wird auch im Bereich Verkehrsnavigation und Self Driving Car eine Rolle spielen.

Smart Meter als Einlasstor für Kriminelle?

Netanel Rubin widmete sich in seinem Vortrag „On Smart Cities, Smart Energy, And Dumb Security“ dem Konzept der Smart City und dem Internet of Things. Er betrachtet insbesondere die Smart Meter kritisch, die in weiten Teilen Europas verpflichtend eingeführt werden sollen. Diese können Einlasstor für die Übernahme von ZigBee-Netzwerken, die IoT Geräte im Haus verknüpfen, sein und so z.B. elektrische Türschlösser hacken. Smart Meter stehen auch in Verdacht mittels gezielter Manipulation Hausbrände zu verursachen. Dies bietet laut Rubin Kriminellen erhebliches Potential für Erpressung.

Do-it-yourself Flipper

Zum Abschluss möchte ich noch auf ein Projekt für Bastler verweisen. Wer die Alexander Thamm GmbH bereits auf einer Veranstaltung wie bei den Münchner Data Geeks besucht hat, kennt unseren Connected Flipper und weiß, dass wir auch an dieser Stelle analysieren und visualisieren was die Daten hergeben. Wer nun bei sich zu Hause flippern möchte, kann sich mit der Anleitung „Building Custom Pinball Machines – What you need and how it works. An experiences report“ von Jan Kantert seinen eigenen Flipper zusammen bauen.

Der Chaos Communication Congress war eine spannende Veranstaltung, die für mich als Data Scientist neue Ideen und Impulse bietet. Nach dem Congress ist vor dem Congress und somit bis zum 34C3!

 

 

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