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4 Gründe warum Unternehmen auf Cloud-Technologien setzen sollten

von | 22. Oktober 2020 | Grundlagen

Die Cloud, ein dezentraler Datenspeicher, findet sich heute fast überall. Jedes Smartphone kann auf Cloud-Speicher nutzen, um beispielsweise Fotos dort zu speichern und zu verwalten. Auch in vielen Data-Science-Projekten spielt die Cloud eine zentrale Rolle. Denn ist erst einmal ein vielversprechender Use Case gefunden, erweist sich oft die bestehende IT-Infrastruktur als Flaschenhals. Genügt die vorhandene Rechen- und Speicherkapazität? Lohnen sich die zum Teil erheblichen Investitionen, um große Datenmengen speichern und verarbeiten zu können? Was ist, wenn ein innovativer Ansatz sich nicht dauerhaft in das Unternehmen integrieren lässt? Was passiert dann mit der nicht mehr genutzten Technik?

Manchmal scheitern Data Science Projekte an solchen Überlegungen. Dabei gibt es eine einfache Lösung: die Cloud. Insbesondere im Kontext der Industrie 4.0 sowie mobilen Anwendungsfällen spielt diese eine herausragende Rolle.

Grund 1: Skalierbarkeit auf Abruf

Wer einen eigenen Server beziehungsweise IT-Infrastruktur betreibt, muss dafür sorgen, dass genügend Rechenleistung und Speicherplatz für alle möglichen Anfragen und Aufgaben zur Verfügung steht – nicht nur aktuell, sondern auch langfristig. Bislang verfügen aber noch zu wenige Unternehmen über Data Engineers, die sich um diese Aufgabe kümmern.

Eine kritische Herausforderung ist die Skalierbarkeit, wenn es um Wachstum oder unvorhergesehene Nachfrage geht. Wird etwa ein neuer Service eingeführt, der von heute auf morgen von allen Kunden nutzbar sein soll, muss zunächst die vollständige IT-Infrastruktur dafür angepasst werden. Der Datenverkehr kann sich nämlich erheblich vergrößern, wenn neue und vor allem vernetzte Produkte oder Services eingeführt werden.

Anders sieht die Situation aus, wenn Unternehmen dabei auf Cloud-Services setzen. Wächst der Bedarf – auch unerwartet oder sprunghaft – wird einfach mehr Speicherplatz oder Rechenleistung hinzugebucht. Die Cloud bietet ideale Voraussetzungen, um Geschäftsmodelle oder einzelne Use-Cases zu skalieren. Zur Not auch auf Abruf.

Grund 2: Auslagerung von IT- und Security-Aufgaben

Der zweite wichtige Vorteil, der sich quasi automatisch einstellt, wenn Unternehmen auf die Cloud setzen: Sie lagern damit nicht nur die IT-Infrastruktur aus, sondern gleichzeitig auch zeit- und arbeitsintensive Aufgaben. Unabhängig vom jeweiligen Anbieter übernehmen die Cloud-Dienstleister drei wichtige Aufgaben, die Unternehmen sonst aufwändig selbst übernehmen müssten:

  • die kontinuierliche Sicherung der Daten
  • die Aktualisierung der Hardware
  • und Cyber Security

Letzteres ist ein immer wieder unterschätzter und sensibler Aspekt von Datenprojekten. Grundsätzlich gilt dabei, dass alle Daten, die in die Cloud ausgelagert werden, verschlüsselt werden sollten, um sie vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Aber auch der Cloud-Anbieter selbst wird sein Bestes tun, um die Daten seiner Kunden vor Angriffen zu schützen, da sein Geschäftsmodell davon abhängt. Vor dem Hintergrund der europäischen Datenschutzverordnung  (DSGOV), die am 25. Mai 2018 in Kraft getreten ist, stellt die Cloud ebenfalls eine interessante Option dar.

So ist es unter anderem ab diesem Stichtag für Unternehmen verpflichtend, Daten vor Beschädigung und Verlust zu schützen. Wer seine Daten sicher in der Cloud speichert, hat eine zusätzliche Garantie, dass die Daten nicht verloren gehen. In der Regel legen professionelle Anbieter eine oder mehrere Sicherheitskopien aller Daten an.

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Grund 3: Mehr Agilität

Die IT-Infrastruktur spielt beim Thema Agilität eine zentrale Rolle. Aber auch die Unternehmensgröße ist ein wichtiger Faktor – je größer ein Unternehmen ist, desto starrer werden Strukturen und die Agilität sowie die Innovationsfähigkeit nehmen dadurch ab. Kleinere Teams und Start-ups haben hier einen strategischen Vorteil. Die Cloud stellt diesbezüglich aber einen interessanten Lösungsansatz für größere Unternehmen dar.

Unabhängig von bestehenden Strukturen bietet die Cloud eine Grundlage, um beispielsweise neue Produkte zu entwickeln und am Markt zu testen. Bei zunehmendem Erfolg können die Projekte einfach hochskaliert und die Kapazitäten aus der Cloud angepasst werden. Stark expandierende Unternehmen wie beispielsweise Zalando, die einerseits schnell wachsen und dabei trotzdem innovativ bleiben wollen, nutzten diese Strategie.

Grund 4: Schneller Zugriff auf Daten

Auch im Rahmen der industriellen Fertigung kann es sich lohnen, auf die Cloud zu setzen. Allein aufgrund der Vernetzungsstruktur leiten sich Geschwindigkeitsvorteile ab. Anstatt die einzelnen Komponenten einer Smart Factory vor Ort miteinander zu vernetzen, lassen sich alle Maschinen über die Cloud vernetzen. Die Komplexität der Netzwerkstruktur nimmt dadurch ab und die Zugriffsgeschwindigkeit wird erhöht.

Die Cloud bringt aber noch weit mehr Vorteile mit sich. Nicht nur die Verarbeitungsgeschwindigkeit, sondern auch der Vernetzungsgrad innerhalb eines Unternehmens erhöht sich. Dadurch wird es auch leichter, mehrere Standorte miteinander zu vernetzen. Schließlich erhöht sich auch die Übersichtlichkeit über die Datenbestände, wenn Daten nicht an verschiedenen Orten im Unternehmen gespeichert, sondern gebündelt an einem Ort zusammengefasst sind. Das Risiko der Silo-Bildung nimmt damit drastisch ab.

Die verschiedenen Cloud Services

Cloud Services machen es möglich, die Verbindung zwischen verschiedensten Inhalten und dem Nutzer herzustellen. Doch wie unterscheiden sich die Cloud Technologien und worauf kommt es an, wenn eine derartige Lösung im täglichen Betrieb integriert werden soll?

Saas

Beim Service as a Software Ansatz werden Software-Anwendungen durch einen Service-Provider über das Internet bereitgestellt. Hierbei können die Nutzer praktisch abonnieren und per Web auf die gespeicherten Daten zurückgreifen.

PaaS

Der plattformbasierte Ansatz PaaS ermöglicht eine Cloudnutzung zur Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen. Durch den Provider wird an dieser Stelle die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung gestellt, um die Entwicklungen durchzuführen.

IaaS

Für den Ansatz Infrastructure as a Service hat der Kunde Zugriff auf Speicher, Server, einzelne Netzwerkkomponenten und viele weitere IT-Ressourcen. Diese werden über die Cloud zur Verfügung gestellt und lassen sich anhand der konkreten Nutzung abrechnen.

Arten von Cloud Services

Die Cloud Technologien lassen viele neue praktische Möglichkeiten für die Speicherung im Alltag entstehen. Hierbei gibt es jedoch konkrete Unterschiede, die sich je nach Datenart bemerkbar machen. Die folgenden Unterschiede sind daher rund um den Cloud-Ansatz zu beachten.

Public Cloud

Bei einer Public Cloud handelt es sich um eine offene und unbegrenzt zur Verfügung stehende Lösung. Hierzu gehören beispielsweise die Anbieter Dropbox, GMX-Mail oder Google-Docs, da sich viele Kunden eine gemeinsame Infrastruktur teilen. Dies lässt den Datenschutz deutlich lokaler und transparenter überblicken, ohne dass sich neue Herausforderungen entwickeln.

Private Cloud

Eine private Cloud ist nur für das interne Unternehmen zugänglich. Dies schafft vor allem bei wichtigen und spezifischen Inhalten eine sichere Umgebung, mit der wichtige Angaben nicht gefährdet sind. Auch die Skalierbarkeit spielt bei der private Cloud eine entscheidende Rolle, wodurch sich das Wachstum exakt nach den Wünschen der Nutzer anpassen lässt.

Hybrid Cloud

Hybrid Clouds verbinden den öffentlichen und den privaten Zugriff. So lassen sich einfache und unkritische Anwendungen über die öffentliche Cloud speichern, wichtige und spezifische Daten zum Unternehmen hingegen in der privaten Umgebung. Dadurch verfügt jeder Nutzer über die erforderliche Flexibilität und entscheidet, welche Form der Speicherung geeignet ist.

Community Cloud

Für gemeinschaftliche Projekte ist eine Community Cloud ein interessantes und hilfreiches Mittel. Hierbei sind die Nutzer in der Lage, einen fest definierten Nutzerkreis auf die Inhalte der Cloud zugreifen zu lassen. Dank der einfachen und flexiblen Einstellung lässt sich dieser Kreis an Menschen für jedes Projekt neu gestalten, um auf passgenaue Lösungen zu vertrauen.

Virtual Private Cloud

Bei einer Virtual Private Cloud handelt es sich um Technologien, bei denen sich eine Private Cloud in einer Public Cloud befindet. Dadurch lässt sich auf die vielen Vorteile eines virtualisierten Netzwerks zurückgreifen und gleichzeitig die Datensicherheit gewährleisten. Mit der Virtual Private Cloud lässt sich daher für mehr praktischen Komfort sorgen.

Die Vor- und Nachteile von Cloud Technologien

Wer sich für die Cloud Technologien entscheidet, profitiert von maximaler Skalierbarkeit. So lassen sich die neuen Systeme und Lösungen bis ins letzte Detail anpassen, was das Speichern und Abrufen von Informationen deutlich flexibler werden lässt. Dadurch kann der Aufwand der IT-Administration deutlich gesenkt werden, was den Speicher praktischer gestaltet. Durch den neuen Ansatz werden nur die Leistungen in Anspruch genommen, die wirklich erforderlich sind.

Zu den Nachteilen im Cloud Computing gehört die regelmäßige Bindung an feste Konditionen. Sobald keine monatlichen Zahlungen mehr erfolgen, stehen die gespeicherten Inhalte nicht mehr zur Verfügung. Zudem ist die Abrufbarkeit an das zur Verfügung stehende Internet gekoppelt. Noch immer gibt es jedoch leider Lücken in der Versorgung, die den Datenabruf erschweren.

Fazit:

Die Cloud stellt sich damit als ideale Lösung für Data-Science-Projekte dar. Ohne vor dem Proof-of-Concept hohe Investitionen leisten zu müssen, lassen sich bei erfolgreichem Test und steigender Nachfrage die Kapazitäten erhöhen. Die Skalierbarkeit macht die Kalkulation einfacher und bringt damit die Möglichkeit, Agilität und Innovation auch in großen Unternehmen zu fördern.

Die wichtigen Themen Maintenance und Performance werden outgesourct und sind die Verantwortung des Cloud Anbieters. Und auch beim Thema Datensicherheit profitieren Unternehmen von zusätzlichen Schutzmaßnahmen, die Anbieter ergreifen. Durch die Cloud kann durch dieses Gesamtpaket ein schlankes Team agil agieren. Das macht Data-Science-Projekte für Unternehmen jeder Größe zu einer realistischen und hochinteressanten Option.

<a href="https://www.alexanderthamm.com/de/blog/author/michaela/" target="_self">Michaela Tiedemann</a>

Michaela Tiedemann

Michaela Tiedemann ist seit den jungen Startup Tagen der Alexander Thamm GmbH mit im Team. Sie hat die Entwicklung vom schnelllebigen, spontanen Startup hin zum erfolgreichen Unternehmen aktiv mitgestaltet. Mit der Gründung einer eigenen Familie begann für Michaela Tiedemann dann parallel dazu ein ganz neues Kapitel. Den Job an den Nagel zu hängen, kam für die frisch gebackene Mutter aber nicht in Frage. Stattdessen entwickelte sie eine Strategie, wie sie ihre Stelle als Chief Marketing Officer mit ihrer Rolle als Mutter in Einklang bringen kann.