Interview mit Marius Försch zu Chatbots und Digitale Assistenten

Für Chatbots und Digitale Assistenten gibt es viele sinnvolle Einsatzzwecke.

Sind Chatbots und Digitale Assistenten ein Megatrend oder nur Strohfeuer? Was muss bei der Implementierung beachtet werden? Welche Anwendungsfelder gibt es heute schon und wie sieht die zukünftige Entwicklung aus? Diese und viele weitere Fragen standen beim Innovation Summit am 18. Mai im Münchner Büro der Alexander Thamm GmbH im Fokus. Zu Besuch war diesmal unser Data Scientist Marius aus Berlin, der eine erste Version seines Vortrags über Chatbots und Digitale Assistenten präsentierte. Diesen Vortrag wird es unter anderem auch auf der kommenden TDWI Konferenz vom 26. bis 28. Juni 2017 in München zu hören geben. Da das Thema bei uns intern für spannende Diskussionen und Gespräche sorgte, freuen wir uns bereits darauf diesen Vortrag einem größeren Publikum präsentieren zu können. Für einen kleinen Vorgeschmack hierauf, haben wir ein Interview mit Marius geführt.

Vielen Dank für deinen spannenden Vortrag. Chatbots, Digitale Assistenten, AI Assistenten. Momentan werden so viele unterschiedliche Bezeichnungen für das vermeintlich gleiche Etwas verwendet. Was ist denn nun die korrekte Bezeichnung?

Marius Försch: Wahrscheinlich gibt es keine korrekte Bezeichnung. Chatbots bezeichnen gemeinhin die etwas „dümmeren Assistenten“ in Facebook oder Slack, während Digitale Assistenten und AI Assistenten die schlauen großen Brüder sind, die einen größeren Funktionsumfang abdecken und Künstliche Intelligenz einsetzen. Da aber letztlich auch Chatbots in Messenging Apps eine gewisse Intelligenz aufweisen müssen, wirkt die Diskussion um die richtige Bezeichnung ein klein wenig akademisch. Um uns das Leben einfacher zu machen, können wir gerne konsistent von Chatbots sprechen. Das geht auch schneller über die Lippen..

Wann und wie bist du auf das Thema Chatbots und Digitale Assistenten aufmerksam geworden?

Marius Försch: Ich bin vor ca. einem Jahr eher durch Zufall in einem Projekt auf das Thema gestoßen. Zuvor wusste ich schon, dass Apple & Co Chatbots als strategisch wichtiges Geschäftsfeld auserkoren haben, aber die praktische Relevanz für die breite Masse an Unternehmen hatte ich unterschätzt. In der Zwischenzeit kenne ich so viele wertvolle Einsatzzwecke Digitaler Assistenten, dass mich der Hype und die Zahl der gestarteten Projekte in keiner Weise mehr überrascht.

Was ist für dich die große Faszination hinter dieser Thematik?

Marius Försch: Die Thematik ist so facettenreich und keineswegs rein technisch. Außerdem fasziniert mich Künstliche Intelligenz und die Möglichkeiten, die sich daraus in Zukunft ergeben werden. Die Möglichkeiten sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Was sind die großen Chancen und was sind die Risiken von Chatbots und Digitalen Assistenten?

Marius Försch: Kunden müssen den Nutzen der Digitalen Assistenten für sich erkennen. Wenn sie das tun, bieten Chatbots und Digitale Assisten eine neue Möglichkeit mit Kunden in Kontakt zu treten und eine personalisierte User Experience zu bieten. Wichtig ist aber auch ein richtiges Erwartungsmanagement seitens der Unternehmen. Chatbots sind keine Alleskönner und Kunden, die das erwarten, werden sehr schnell enttäuscht sein. Wenn jedoch deutlich wird, was der Assistent kann und was er nicht kann, wird sich schnell Begeisterung bei den Kunden einstellen.

Denkst du, in Zukunft werden wir mit Computern und Maschinen ausschließlich auf diese Weise kommunizieren?

Marius Försch: Jein. Ich glaube, dass sich die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine weiter verändern wird und die Rolle der Menschen grundsätzlich passiver wird. Digitale Assistenten, die Sprache verstehen, sind nur ein erster Schritt dorthin. In Zukunft werden darüber hinaus noch weitere Informationen aus dem Kontext der Nutzer abgegriffen. Mit verbesserter künstlicher Intelligenz werden Assistenten vermehrt im Hintergrund aktiv sein. Es wird zwar noch eine Art von Kommunikation stattfinden, aber nicht rein auf Sprache basierend.

Deine spontane Einschätzung: Wie viel Prozent des Potenzials von Chatbots und Digitalen Assistenten werden bereits erreicht?

Marius Försch: Die Frage ist sehr schwierig zu beantworten. Heute ist schon sehr viel möglich. Wenn man jedoch den superintelligenten Digitalen Assistenten mit einer den Menschen überragenden künstlichen Intelligenz als Maßstab ansetzt sind wir noch nicht sehr weit. Vielleicht bei 5 Prozent?

Zum Schluss noch eine etwas abstraktere Frage: Inwiefern denkst du, dass Filme wie Her oder sogar Terminator diese Thematik schon zukunftsblickend aufgreifen konnten?

Marius Försch: Filme über künstliche Intelligenz haben momentan sehr häufig einen dystopischen Charakter. Ich denke da besonders an den Film Ex Machina. Die Angst, dass diese Assistenten irgendwann so mächtig werden, dass sie die Menschheit übernehmen halte ich für extrem unrealistisch. Darum sollten wir uns auch aktuell gar nicht zu sehr kümmern, sondern stattdessen die Vorteile deutlich hervorheben. Digitale Assistenten werden unseren Alltag erheblich vereinfachen und die größte Gefahr aktuell ist, dass uns ihre (noch) nicht ausgereifte Intelligenz nerven wird.

Wir danken Marius, dass er sich die Zeit genommen hat, mit uns über Chatbots und Digitale Assistenten zu sprechen. Sie haben Fragen an Marius zum Thema Chatbots? Schicken Sie eine Nachricht an contact@alexanderthamm.com. Für weitere spannende Einblicke rund um das Thema Data Science können Sie sich außerdem zu unserem Data Science Navigator anmelden.

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