Named Graph

Was ist ein Named Graph?

Der Named Graph ist einer der Grundgedanken des semantischen Webs. Das semantische Web wiederum steht für die Idee, dass das Internet als „gigantischer globaler Graph“ verstanden werden kann.

Ein Named Graph wird durch den Aufruf eines Uniform Resource Identifiers – das ist der Name des Graphen, abgekürzt URI – angesprochen und kann neben dem eigentlichen Inhalt zusätzliche Metadaten enthalten. Der Named Graph erweitert das RDF-Modell, das wiederum aus drei Teilen besteht: einer Ressource, der Eigenschaft dieser Ressource und den Werten dieser Eigenschaft. Diese Struktur kann man auch treffend mit den grammatikalischen Teilen eines Satzes vergleichen, und zwar mit Subjekt, Prädikat und Objekt. Die Datensysteme, die mit solchen sogenannten Tripeln arbeiten, sind gegenüber relationalen Datenbanken sehr performant – daher werden sie häufig im Bereich Künstliche Intelligenz eingesetzt. Hier ist es nämlich wichtig, auf enorme Mengen von Daten schnell zuzugreifen. Das heißt, neben dem World Wide Web werden mit Named Graphs bspw. auch Wissensrepräsentationen modelliert. Die Wissensrepräsentation ist ebenfalls ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz und kann z.B. ein digitales Lexikon sein.

Was hat der Named Graph mit dem HTTP zu tun?

Ein Graph besteht aus Knoten und Kanten; überträgt man dieses Modell auf das Web, sind das Webseiten und deren Verbindungen. Tim Berners-Lee – der Erfinder des Internets – beschrieb seine Erfindung als „Giant Global Graph“. Wie bereits beschrieben, sind die darin enthaltenen Teilgraphen (sprich die Webseiten) über URIs erreichbar. Nun sind diese Teilgraphen in der Realität HTML-Dokumente, die über HTTP-Requests aufgerufen werden können; das erklärt, weshalb das Hypertext Transfer Protocol und Hyperlinks die Kanten im Graphenmodell sind.

Um das Resource Description Framework Schema (abgekürzt RDFS) effizient nutzen zu können, gibt es RDF-Dokumente. Die eigens dafür entwickelte Sprache RDF/XML erlaubt es, Webseiten mit Tripeln zu beschreiben. Wird auf einer Seite bspw. ein Musikalbum vorgestellt, erhält man über das RDF-Dokument Informationen wie Titel, Band oder Herstellungsjahr. Natürlich ist darin auch der zugehörige Hyperlink als Namensgeber des Named Graph enthalten. Der RSS-Feed, der Empfänger über Änderungen auf Websites informiert, nutzt diese Technik z.B. für sich.

Wie können uns RDF und Ontologien helfen?

Die Begriffe Ontologie und RDF-Schema werden häufig synonym verwendet. In der Praxis handelt es sich dabei um eine Datenbank, deren Datenstruktur aus Tripeln besteht – den sogenannten Triplestore. So wie es die Datenbanksprache SQL für relationale Datenbanken gibt, steht auch für einen RDF Store (wie ein Triplestore ebenso genannt werden kann) eine Abfragesprache zur Verfügung; mit SPARQL wird auf Datenobjekte zugegriffen. Auf dieser Art von Datenhaltung basieren viele soziale Netzwerke. Dank der FOAF-Ontologie erhält man bei Abfragen per SPARQL in solchen Datenbanksystemen neben Angaben über die abgefragte Person (wie Name oder Herkunft) auch Informationen über die Verbindung mit anderen Mitgliedern des Netzwerks.

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