Wissensmodellierung

Was ist Wissensmodellierung?

Wissensmodellierung befasst sich mit der Darstellung von Wissen in sowohl für den Menschen als auch für Maschinen interpretierbarer Form und kommt in wissensbasierten Systemen zur Anwendung. Sie ist ein Teilbereich des Wissensmanagements und der Künstlichen Intelligenz.

Um Wissen abbilden zu können, bedarf es mehrerer Schritte. Der erste ist die Wissensakquise, welche sich in explizites, eindeutig durch Sprache und Zeichen dargestelltes Wissen, und implizites Wissen, welches durch eine Aktion sichtbar wird, aufteilt. Im zweiten Schritt, der Wissensrepräsentation, müssen die erworbenen Kenntnisse formalisiert werden. Dies geschieht meist durch den Aufbau einer Wissensdatenbank oder neuen Verknüpfungen im Gehirn. In einem dritten Schritt werden Lösungsansätze für die Probleme gefunden, bevor es im vierten Schritt zur Darstellung des Wissens kommt.

Was sind praktische Beispiele für Wissensmodellierung?

Die Wissensmodellierung findet sich vor allem in der produzierenden Industrie Anwendung, die bereits stark auf maschinelles Lernen bauen. So wird dieses Modell in der Luftfahrt- und Automobilindustrie eingesetzt. Beide Zweige setzen dabei auf die Verarbeitung und Vermittlung von Informationen zur stetigen Optimierung von Prozessen und Produkten. Darunter fallen unter anderem der Design-, Fertigungs- und Innovationsprozess.

Unter Zuhilfenahme von wissensbasierter Systemtechnologie, dem knowledge-based engineering, werden neue Produkte schnell und effizient gefertigt und auf den Markt gebracht. Hierbei können die Firmen auf bereits bestehendes Wissen aus der Produktion zurückgreifen. Dies setzt natürlich ein sehr gutes Wissensmanagement und genaue Wissensmodellierung voraus.

Vieles von diesem Wissen ist allerdings implizit, das heißt, es liegt nicht in formalisierter Form vor und kann entsprechend nur schwer abgerufen und aktualisiert werden. Oft wird es auch stillschweigendes oder personengebundenes Wissen genannt. Hier kommt die Wissensmodellierung zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe werden Wissensarten ausgewählt, die für bestimmte Prozesse benötigt werden.
Dazu wird durch verschiedene Verfahren und Methoden das Wissen strukturiert zusammengefasst und eine formalisierte Abbildung ermöglicht. Dadurch entsteht durch Computer und Maschinen ablauffähiges und abrufbares Wissen, das heißt die Wissensbasis. Diese erlaubt dann eine effiziente Umsetzung neuer Prozesse und Arbeitsabläufe.

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