Übernehmen bald die Maschinen? Über realistische Szenarien und die Frage, welchen Impact die Künstliche Intelligenz auf die Wirtschaft haben wird.

Künstliche Intelligenz in Maschinen bereitet vielen Menschen Angst.

Wenn von Künstlicher Intelligenz die Rede ist, werden schnell Befürchtungen laut, dass durch den technologischen Fortschritt Arbeitsplätze verloren gehen. Doch oft sind die Vorstellungen darüber, was Künstliche Intelligenz tatsächlich ist, diffus und manchmal sogar falsch. Unternehmen, die den Einsatz von Künstlicher Intelligenz erwägen, sollten aufgrund dieser Missverständnisse und damit verknüpften Unsicherheiten frühzeitig Aufklärungsarbeit leisten.

Wer erfolgreich Künstliche Intelligenz im Unternehmen anwenden will, muss seine Mitarbeiter mitnehmen. Ängste und Hemmungen müssen abgebaut werden und der tatsächliche Nutzen und Zweck erläutert und bewusst gemacht werden. In vielen Fällen entfaltet Künstliche Intelligenz erst in Zusammenarbeit mit den Menschen ihre volle Kraft.

Eine 10minütige Mini-Doku, die grundlegende Konzepte auf anschauliche Weise erklärt.

Warum die Angst vor Künstlicher Intelligenz unbegründet ist

Stark verkürzt lässt sich Künstliche Intelligenz als Fähigkeit definieren, kognitive Prozesse digital abzubilden und nutzbar zu machen. Eine Vorstellung, die im Moment in die Irre leitet, bringt Künstliche Intelligenz sehr schnell mit menschenähnlichen Maschinen in Verbindung.

Die Idee, dass intelligente Maschinen Menschen überlegen sind und sie bald ersetzen können, ist oft durch Hollywoodfilme inspiriert. Dort finden sich zahlreiche Beispiele, in denen Maschinen mit Künstlicher Intelligenz den Menschen gegenüber feindlich eingestellt sind. Filme wie Terminator, Matrix oder Ex Machina prägen bewusst oder unbewusst unsere Erwartungshaltung gegenüber Künstlicher Intelligenz. Zugleich wird dadurch ein realistischer Blick auf die Thematik erschwert.

Lese-Tipp: In diesem KI-Grundlagenartikel erklären wir alle gängigen Begriffe rund um das Thema Künstliche Intelligenz.

Die (unbegründete) Angst vor menschenleeren Fabriken und autonom arbeitenden Maschinen

Insbesondere in Betrieben der industriellen Fertigung geht diese Angst um, dass alle Arbeitsplätze dort zukünftig durch intelligente Maschinen ersetzt werden. Dabei wird übersehen, dass mit der Künstlichen Intelligenz nicht einfach nur der Grad an Automatisierung erhöht wird. Vielmehr ist es so, dass die Produktion als Ganzes transformiert wird und sich grundlegend verändert.

Mit der Künstlichen Intelligenz kommt die Ära der automatisierten Massenproduktion an ihr Ende. Künstliche Intelligenz in der Fabrik eröffnet neue Produktionsformen, wie beispielsweise die „Lot-Size-One-Production“ oder „Losgröße-1-Fertigung“. Der Begriff bezeichnet die industrielle Fertigung von Einzelstücken.

Losgröße-1-Produktion in der Möbelindustrie.

Heute erleben wir mit dieser Entwicklung den Übergang in das Zeitalter der flexiblen Spezialisierung. Individuelle Kundenwünsche zu berücksichtigen wird heute durch den hohen Technologisierungsgrad bei der Produktion auf dem Level der Massenproduktion möglich. Sprich: Anstatt tausende Werkstücke der gleichen Sorte zu produzieren, können individuelle Kundenwünsche bei jedem einzelnen Auftrag berücksichtigt werden.

Bei Szenarien wie diesen, werden durchaus noch Menschen in Fabriken gebraucht. Und aus einem bestimmten Grund mehr denn je: Erst durch die Errungenschaften im Bereich der Künstlichen Intelligenz wird es möglich, dass es zu einer intensiveren Mensch-Maschine-Kooperation kommt. Die bisherige Entwicklung im Bereich Automatisierung schloss aufgrund ihrer eingeschränkten Möglichkeiten den Menschen eher aus.

Drei zentrale KI-Anwendungsbereiche

Um sich vor Augen zu führen, wie sehr Künstliche Intelligenz bereits unseren Alltag verändert, genügt ein Blick auf drei zentrale Anwendungsbereiche: Erstens die Smart Factory, zweitens der Bereich des autonomen Fahrens und drittens Serviceassistenten und digitale Assistenzsysteme.

In Smart Factorys spielt Künstliche Intelligenz an verschiedenen Schnittstellen eine Rolle. Ganz besonders im Bereich Data Science, wo es um die Analyse von großen Datenmengen geht, werden Deep-Learning-Algorithmen und Machine Learning eingesetzt. Aber auch überall dort, wo es um Bilddaten-Analyse und Sensordaten-Auswertung geht, lässt sich mit Hilfe von lernfähiger, intelligenter Software die Qualität und die Effizienz in der Produktion steigern.

Beim autonomen Fahren geht ohne Künstliche Intelligenz nichts. Die Analyse der Umgebung und das Interpretieren von Verkehrszeichen in Echtzeit sind außerordentlich komplexe Aufgaben. Vor allem eine extrem große Menge an Trainingsdaten, mit denen die intelligenten Algorithmen Ampelsignale und andere Zeichen erkennen lernen, ist hier entscheidend.

In anderen alltäglichen Bereichen sind die Resultate, die durch Künstliche Intelligenz errungen wurden, längst Realität. Die Google-Bildsuche basiert ebenso auf Deep-Learning wie die Spracherkennung bei digitalen Assistenten wie Siri oder Alexa.

Erwartbare Vorteile und Chancen von Künstlicher Intelligenz

Auf absehbare Zeit wird Künstliche Intelligenz den Menschen nicht nutzlos machen. Vielmehr wird es bestimmte Bereiche geben, in denen es durch Künstliche Intelligenz möglich wird, die Qualität zu steigern, Produktivitätsgewinne zu realisieren, die Effizienz zu steigern und Kosten einzusparen.

Dabei geht es nicht immer darum, bestehende Prozesse zu verbessern. Vielmehr erlaubt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Schaffung neuer Ertragsmodelle. Die „Losgröße-1-Produktion“ wird dadurch ebenso möglich wie die Entwicklung neuer Produktfeatures, die ohne den Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht möglich gewesen wären. Nicht zuletzt ist gerade die Chance auf wirtschaftliches Wachstum ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung des Impacts von Künstlicher Intelligenz.

Mit Hilfe einer intelligenten Software wird es möglich, aus Millionen von möglichen Designs, das Optimum auszuwählen. Ohne Künstliche Intelligenz wären bestimmte Formen, die hier vorgestellt werden, nie erfunden worden.

Realistische Chancen erkennen und nutzen

Beim Thema Künstliche Intelligenz wiederholt sich ein Reaktionsschema, das sich auch bei anderen Phänomenen wie Big Data oder Social Bots zeigte. Neue Technologien lassen sich zum Guten und zum Bösen einsetzen. Darum ist es wichtig, sich mit den realen Gefahren und den Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

Für Unternehmen ist es darum wichtig, mit Data-Science-Anwendungen, Chatbots oder Big Data positive Erfahrungen zu sammeln. Nur dann können sie ihren Mitarbeitern ein realistisches Bild von den damit verbundenen Chancen vermitteln.

Mitarbeiter müssen durch Workshops und Schulungen mit dem entsprechenden Wissen ausgestattet werden, um produktiv mit den neuen Technologien umzugehen. Ein proaktives Vorgehen lohnt sich allein aufgrund der Wettbewerbssituation. Wer früh Kompetenzen ins Unternehmen bringt und eine Bereitschaft sowie eine positive Einstellung bei seinen Mitarbeitern schafft, wird am meisten von den Vorteilen profitieren, die Künstliche Intelligenz mit sich bringt.

 

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