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Cloud Migration – erfolgreich Kosten und Prozesse optimieren

von | 16. September 2021 | Grundlagen

Cloud Migration ist die Übertragung von Unternehmensdaten und -inhalten in die Cloud. Dieser Trend zeiht sich über diverse Unternehmensbranchen. Die Nutzung einer Cloud-Umgebung hat viele positive Seiten. Doch der Migrationsprozess der digitalen Unternehmensabläufe will gut überlegt sein. In diesem Artikel beleuchten wir die Möglichkeiten der Data Migration genauer.

Steigende Relevanz von Cloud Migration

Seit 2011 steigt die Zahl der deutschen Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern, die Cloud-Dienste nutzen, stetig. Laut einer Statista-Umfrage verwendeten 2020 bereits 82 Prozent der Befragten private oder Public-Clouds. In all diesen Unternehmen fand eine Form der Cloud Migration statt. Oft halfen dabei Provider, Beratungsfirmen und Cloud Migration Tools. 
 
An den Umzug der Datenbanken und Anwendungen von lokaler Rechner-Infrastruktur zu ausgelagerter Cloud sind häufig hohe Erwartungen geknüpft. Nicht wenige Firmen-Entscheider sehen in der Migration in eine Cloud einen wichtigen Wegbegleiter genereller Digitalisierung.

Prozess- und Kostenoptimierung durch die Cloud Migration

In vielen Unternehmen gelten Digitalisierung sowie Prozess- und Kostenoptimierung als primäres Ziel der Cloud Migration. Im Einzelnen sind die Vorteile der Server-Migration in eine Cloudlösung folgende: 
 

  • Es gibt keine hohen Vorabkosten. Cloud Provider bieten, auf Basis von regelmäßigen Zahlungen, Wartung, stets aktuelle (Sicherheits-)Software und Support. 
  • Unternehmensmitarbeiter brauchen sich weniger um Problembehandlungen der IT-Infrastruktur und Serververwaltung zu kümmern. 
  • Unternehmensressourcen und -daten werden bei guten Cloud-Anbietern durch mehrschichtige Sicherheitskonzepte geschützt. Onboarding- und Offboardingprozesse, wie die Verwaltung der Mitarbeiterzugriffe und der Nutzung externer Anwendungen, verringern die Zahl der Sicherheitsvorfälle. 
  • Cloud-Anbieter verfügen zum Teil über Expertenteams mit Compliance-Zertifizierungen in Schlüsselbranchen. Ein passender Provider kann dem Unternehmen Compliance-Pflichten abnehmen. 
  • In der Cloud kann einfacher skaliert werden: Nachfragespitzen lassen sich kostengünstiger und unkomplizierter bewältigen. 
  • Zuverlässige Cloudspeicheranbieter stehen für höhere Datensicherheit, da sie Funktionen zur Vermeidung von Datenverlusten bereitstellen. Unter anderem durch integrierte Redundanz, Failover und automatische Protokollierung verkürzt sich im Bedarfsfall die Wiederherstellungszeit. 
  • Cloudserver ermöglichen einfache Dateifreigabe, Zusammenarbeit in Echtzeit und einfache Versionskontrolle. Mitarbeiter im Homeoffice oder solche, die von unterwegs arbeiten, benötigen somit kein VPN mehr. 

Herausforderungen der Cloud Migration – Ausfälle und Verluste vermeiden

Vor der Migration der digitalen Unternehmensprozesse in die Cloud sollten Firmen Folgendes bedenken: Wenn alle (oder der Großteil) der Workloads in der Cloud liegen, ist eine schnelle und stabile Internetverbindung elementar. Um Produktivitätseinbrüchen durch Verbindungsausfall vorzubeugen, halten manche Unternehmen eine Reserve-Internetverbindung bereit.  

Bei größeren Unternehmen führt dagegen die Menge an Daten und Anwendungen dazu, dass ein Plan für den laufenden Betrieb gemacht werden muss. Damit das aktuelle System während der Cloud Migration funktionstüchtig ist, ist eine zeitweilige Überschneidung zwischen On-Premise und Cloud nötig. Üblicherweise findet der Umzug schrittweise statt. 
 
Bei der Daten-Migration großer Unternehmensdatenbanken umfasst der Migrationsservice des jeweiligen Providers oft Migration Tools. Mitunter kommen dabei physische Datenübertragungsmethoden zum Einsatz. Doch auch bei einer Übertragung der Daten via Internet ist mit einem erheblichen Zeitaufwand zu rechnen. Im Anschluss darf eine Überprüfung der Datenintegrität nicht fehlen. Für den erfolgreichen Betrieb der Cloudlösung ist sicherzustellen, dass während der Data Migration keine Verluste oder Beschädigungen aufgetreten sind.

Von der Strategie bis zur Umstellung – typische Schritte der Cloud Migration

Bei der Migrationsplanung kann man sich daran orientieren, wie andere Unternehmen bisher vorgegangen sind. Dies hilft zum Beispiel bei der zeitlichen Einordnung der Umstellung auf die Cloudnutzung. Am Anfang sind Ziele zu definieren: 
 

  • Was soll sich durch die Cloud Migration verbessern? 
  • Wann gilt die derzeit genutzte Infrastruktur als veraltet? 
  • Wie werden wir den Erfolg der Cloudinfrastruktur künftig messen? 

 
Zu bedenken ist auch: Für Cloudlösungen braucht es eine andere Sicherheitsstrategie als für On-Premise-Infrastruktur. Die bislang verwendete Firmen-Firewall wird in der Cloud nicht tätig. Eine spezielle Cloud-Firewall oder eine Web Application Firewall können helfen. Bei der Providerauswahl sollte dies bereits mitbedacht werden. 
 
Bei der Provider-Auswahl werden Angebote und Leistungen verglichen. Eine professionelle Beratung kann dabei helfen. Nach einem Vertragsabschluss müssen die Daten planvoll kopiert werden. Es gilt, vorhandene Datenbanken zu replizieren. Dies passiert am besten fortlaufend im Verlauf des Migrationsprozesses, damit die neue Cloud-Datenbank stets auf dem aktuellen Stand ist. 
 
Der Umzug der Business Intelligence ist der nächste Schritt. Ob es nötig ist, zu refrakturieren oder den Code neu zu schreiben, hängt von der gewählten Migrationsstrategie ab. Diese Migration kann in einem Stück oder nach und nach umgesetzt werden. Abschließend wird die Produktion von On-Premise auf Cloud umgestellt. Unternehmen haben die Wahl, ihre Vor-Ort-Infrastruktur abzuschalten oder als Reservesystem beizubehalten. Möglich ist auch die Weiternutzung im Rahmen einer Hybrid-Cloud-Strategie.

5R – Bewährte Cloud Migration-Strategien

Bereits 2013 beschrieb Gartner, ein Marktforschungs- und Beratungsunternehmen für Informationstechnologie, fünf Optionen von Cloud Migration Strategien. Mittlerweile sind diese unter dem Stichwort „5 R“ weit verbreitet.

1. Rebuild 

Bei dieser zum Teil aufwendigen Strategie gestaltet man seine Anwendung bei einem PaaS-Provider von Grund auf neu. Ein solcher Platform as a Service-Provider stellt nicht nur die Server und den Speicherplatz, sondern auch Middleware und Monitoring bereit. Bei dieser Migrationsstrategie können Entwickler vollumfänglich von den Funktionen der jeweiligen Cloudplattform profitieren.

2. Refactor

Auch bei der Refaktorierung nutzen Unternehmen die Leistungen eines PaaS-Providers. Es werden allerdings bereits vorhandener Code und bestehende Frameworks verwendet. Die Anwendungen erfahren nur geringe oder gar keine Anpassungen, um auf der Cloudplattform zu laufen.

3. Revise

Eine weitere, mögliche Strategie besteht darin, die Programmcodes komplett oder in Teilen umzuschreiben oder sie zu erweitern. Anschließend stellt man diese sowie die Unternehmensdaten per Rehosting oder Refaktorierung auf den Servern des Cloud Providers bereit.

4. Rehost

Hier besteht der Migrationsprozess in die Cloud-Umgebung darin, die gleiche Anwendungsarchitektur wie bisher auf den Cloud-Servern eines Infrastructure-as-a-Service-Providers neu zu erstellen.

5. Replace 

Eine andere Migrationsstrategie zielt darauf ab, die bisherigen Anwendungen ganz stillzulegen. Stattdessen entscheidet sich ein Unternehmen in diesem Fall für bereits entwickelte SaaS-Anwendungen (Software-as-a-Service) von Drittanbietern.

Der Zusammenhang von KI und Cloud Migration

KI-Anwendungen benötigen eine sehr hohe Prozessorleistung. In vielen Fällen kann die firmeneigene IT-Infrastruktur diese nicht bieten. Aus diesem Grund ist die Migration in eine Cloud eine Voraussetzung für moderne AI-Anwendungen. Ergänzend kommt hinzu, dass für maschinelles Lernen große Datenmengen erforderlich sind. Die zum Training der KI notwendigen Daten lassen sich in einer Cloud besser handhaben. 
 
Das trifft besonders dann zu, wenn Cloud und KI-Funktionen vom selben Anbieter stammen. Beispielsweise bietet Amazon AWS nicht nur eine Cloud-Lösung inklusive Migration Tools an. Auch KI-Services z.B. zur automatischen Erkennung von Mustern in Bildern und Videos finden sich im Amazon-Angebot. Mit diesen lassen sich etwa bestimmte Arbeitsschritte oder Mitarbeiter mit unzureichender Schutzausrüstung erkennen. 
 
Des Weiteren unterstützt die Migration von Unternehmensdaten in eine Cloud die Nutzung vieler Cloud-nativer Anwendungen. Dabei werden Workloads von spezifischer Hardware und bestimmten Betriebssystemen entkoppelt. Cloud-native Apps zielen häufig auf neue innovative Produkte oder Services ab. Sie sind daher ein wichtiges Werkzeug zur digitalen Transformation von Unternehmen.

Mit der passenden Strategie von einer Cloud Migration profitieren

Die Umstellung auf eine Cloud-Lösung bietet viele langfristige Vorteile. Der Prozess der Cloud Migration umfasst einige Herausforderungen, die sich mit der passenden Strategie jedoch erfolgreich managen lassen. Eine individuelle Beratung durch Experten hilft dabei, einen passenden Cloud-Anbieter und eine geeignete Migrationsstrategie zu finden. 

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